Milzruptur: Behandlungsrichtlinien
Patienten mit Abdominaltrauma und Milzruptur können heutzutage in Traumazentren meist milzerhaltend behandelt werden.
In den meisten Fällen ist auch ein nichtoperatives Management möglich (NOM: non-operative management).
Behandlung
Im Schockraum wird zunächst in der Polytraumaspirale (CT) die Milzverletzung nach den Richtlinien der AAST und nach Moore klassifiziert.
Weiterhin wird erhoben:
- Kontrastmittelaustritt ?
- Ausmass des intraperitonealen Hämatoms
- Kreislaufparameter
- Hb-Verlauf
Angestrebt wird immer ein NOM.
Bei Vorliegen von Kontrastmittelaustritt, Kreislaufinstabilität oder Milzverletzung >= IV. gradig erfolgt eine Embolisation (SAE: splenic artery embolization) der Milzarterie, vorzugsweise des blutenden Segmentastes. Ist keine SAE verfügbar, wird operiert.
Nachbehandlung NOM und SAE
Patienten sollten in den nächsten Tagen strenge Bettruhe einhalten. Die Dauer der Bettruhe errechnet sich nach dem Grad der Milzverletzung plus 1.
Ein Patient mit IV.-gradiger Ruptur soll somit 5 Tage Bettruhe einhalten.
Patienten mit NOM ohne SAE benötigen keine Impfung nach Splenektomie (OPSI).
Patienten mit SAE erhalten eine OPSI Impfung, wenn 4 Wochen nach dem Eingriff keine Milzdurchblutung im Angio-CT oder dem Dopplersono nachweisbar ist.
(nach Standards des KSGR)