Zuletzt geändert: 2016-04-09 17:55:18

Rektumkarzinom

Klinische Einteilung

Das Rektum beginnt oberhalb der Linea dentata und reicht bis 16 cm ab ano. Da die Höhenangaben rektoskopisch starr gemessen erfolgen, wird als Punkt 0 die Anokutan-Grenze angesehen. Unterschieden werden unteres, mittleres und oberes Rektum-Drittel.

 UICCESMO
unteres Rektumdrittel<= 6 cm<= 5 cm
mittleres Rektumdrittel> 6 - 12 cm> 5 - 10 cm
oberes Rektumdrittel> 12 - 16 cm> 10 - 15 cm

 

Das MRT ist als bildgebende Diagnostik das Mittel der Wahl zur initialen Festlegung der Lokalisation, der Tumorausdehnung und seiner Lage zur peritonealen Umschlagsfalte. Die Endosonografie und die MRT gelten als ähnlich effektiv in der Bestimmung des präoperativen N-Stadiums.

Die pathologische Einteilung der Rektumkarzinome entspricht im wesentlichen der des Kolonkarzinoms. Im Rektum trifft man zusätzlich adenosquamöse, kloakogene und andere seltene Tumoren an, die aber streng genommen zu den Analkanaltumoren gehören.


Pathogenese, Ätiologie

siehe Kolon Karzinom


Epidemiologie

siehe Kolon Karzinom

TNM-Klassifikation (UICC)

siehe Kolon Karzinom

Gebräuchlich beim Rektumkarzinom ist das sogenannte Clinical Staging nach Mason, nach dem manuell digital erreichbare Rektumkarzinome eingeteilt werden können:

StadiumBeschreibung
Stadium Imobiler Tumor, der auf die Schleimhaut limitiert
ist und gegenüber der Muskularis der Submukosa
verschieblich ist
Stadium IIbeweglicher Tumor in Bezug auf die Umgebung des
Rektums, jedoch eingebrochen in die Rektumwand
und zu dieser nicht verschieblich
Stadium IIIDurchbruch aller Wandschichten mit leichter
Behinderung der Beweglichkeit des Rektumschlauches
gegenüber der Umgebung
Stadium IVDer Tumor fixiert das Rektum
Stadium VVorliegen von Fernmetastasen

Metastasierung:

Das Rektumkarzinom metastasiert häufiger als das Kolonkarzinom in die Lunge (12-37 %, venöse Drainage über Beckenvenen und paravertebrale Blutgefäße) .

Prästationäre Maßnahmen (Hausarzt):

Allgemeine OP-Vorbereitung

Obligate Diagnostik

Rö-Thorax, Sonographie, Rektoskopie und EUS, Koloskopie (ggf. KE bei Stenose), MRT (Kernspintomographie) des Abdomen / Becken (alternativ CT-Abdomen/Becken), digitale Überprüfung der Sphinkter-Funktion.

Tumormarker: CEA, CA19-9, TPA, CA125

Risikoprofil: Basisdiagnostik

Beispiele

              Abbildung: Rektumkarzinom:  Endoskopie und Endosonographie

               Digitalvideo Rektumkarzinom:  Endoskopie und Endosonographie AVI-Video  

                Abbildung Rektumkarzinom:  Gastrografin-Kontrasteinlauf.

                Abbildung Rektumkarzinom:  CT Becken bei Rektumkarzinom

                Abbildung Rektumkarzinom:  Kernspintomographie

 


Therapievorgehen (Chirurgie)

Aufklärung

Mast-und Dickdarmentfernung bzw. -teilentfernung, Ureter-/Blasenverletzung, Verletzung anderer benachbarter Strukturen und Organe, Impotenz, retrograde Ejakulation, Anastomoseninsuffizienz, Infektionen, Wundheilungsstörungen (insbesondere sakrale Wunde beim Miles), künstlicher Ausgang (vorübergehend oder auf Dauer), Operationserweiterung, Blutung, Fremdblut, Eigenblutspende, Tumorrezidiv, Lagerungsschaden, ggf. Portimplantation.

Operationsverfahren

Behandlungskonzept

Allgemeine Richtlinien und OP-Verfahren

Nachbehandlung

Op nach Miles:

Nachbehandlung Anteriore Resektion: siehe Kolonkarzinom


Therapievorgehen (Onkologie)

Im Gegensatz zum Kolonkarzinom spielt das präoperative Staging beim Rektum Karzinom eine wichtige Rolle für die multimodale Therapieplanung. Hier gilt es, bereits vor der Operation die Patienten zu erfassen, die einer neoadjuvanten Therapie zugeführt werden sollten. Der entscheidende Faktor ist hier (wie beim Ösophagus- oder Magenkarzinom) die T-Kategorie.

Neoadjuvante Therapie:

Indikation:  (T2), T3 und T4 (EUS) Tumoren

- Präoperative Radiochemotherapie mit kontinuierlich 5-FU + 45 Gy (konventionelle Fraktionierung; in manchen Ländern hypofraktionierte Radiotherapie: z.B. 5x5.0 Gy), an ausgesuchten Zentren in Studien IORT 15 Gy. Portimplantation.

Adjuvante Therapie:

bei T3 / T4 und  positivem Lymphknotenbefall (R0):

Additive Therapie:

R1- bzw. R2-Resektionen (lokal)


Anhaltspunkte zur Prognose

5-Jahres Überlebensraten:

Lokalrezidiv Rate: 8,1 (eigenes Krankengut) - 18%

Prognose Faktoren: siehe Kolonkarzinom


Siehe auch:

Flowchart Rektumkarzinom


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