Zuletzt geändert: 2016-09-26 21:53:53

Lungenfunktion

Die Testung der Lungenfunktion ist vor allen geplanten thoraxchirurgischen Eingriffen, aber auch bei grösseren viszeralchirurgischen Eingriffen wichtig.

Treppentest

Dieser einfache Test ermittelt, wieviele Stockwerke der Patient, ohne wegen Atemnot anzuhalten, hochsteigen kann. 

VO2max (ml/kgKG/min)

Stockwerke

Anhaltswerte für mögliche Operation

~20

~ 5

Pneumonektomie

~10–20

~ 3

weitere Diagnostik 

<10

 1

meist inoperabel

Der Treppentest ist leicht durchführbar, allerdings nicht gut standardisierbar.

Spirometrie

Messung und Aufzeichnung des Lungen- bzw. Atemvolumens und der Luftflussgeschwindigkeiten zur Beurteilung der Lungenfunktion. Es existieren auf das Patientenalter standardisierte Normwerte (%).

Tiffeneau-Test
Hierbei atmet der Patient zunächst so tief aus wie möglich. Danach folgt eine maximal mögliche und zügige Einatmung, woraufhin der Patient so schnell, stark und wieder maximal ausatmet, wie es ihm möglich ist. Die exspiratorische Einsekundenkapazität (FEV1) ist das Volumen, das nach einer maximalen Einatmung innerhalb einer Sekunde ausgeatmet werden kann.

Beurteilung

Bewährt hat sich folgendes einfache Vorgehen: Die wichtigste Kenngrösse ist der Quotient FEV1/FVC, der immer ermittelt werden sollte. Liegt er < 0.7, muss von einer Obstruktion ausgegangen werden. Das normierte FEV1 (in %) definiert dann die Schweregrade der Obstruktion:  

Weitere Details werden durch Zusatzuntersuchungen ermittelt:

Eine Restriktion liegt bei Einschränkungen der Vitalkapazität (VC / VC Soll) vor.

Bodyplethysmographie

Eine Vielzahl der bei der Bodyplethysmographie gemessenen atemphysiologischen Größen – wie der Atemwiderstand, das Residualvolumen oder die totale Lungenkapazität (TLC) – ist mit anderen Messtechniken, beispielsweise der Spirometrie, nicht zugänglich.

Diffusionskapazität

Die Diffusionskapazität DLCO, beschreibt die Fähigkeit der Lunge zum Gasaustausch. Bei der Untersuchung wird Testluft eingeatmet, der eine gesundheitlich unbedenkliche Menge (0,25 %) Kohlenmonoxid (CO) zugesetzt ist. In der Lunge verhält sich Kohlenmonoxid wie Sauerstoff (O2) und binden sich nach der Diffusion an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Aus der Differenz der Kohlenmonoxid-Konzentration in der eingeatmeten und der ausgeatmeten Luft lässt sich die Diffusionskapazität errechnen. Beim gesunden, ruhenden Erwachsenen beträgt die Diffusionskapazität für Sauerstoff 15–20, für CO2 150–250 ml/mmHg/min. Es existieren für jedes Alter standardisierte Normwerte.

Spiro-Ergometrie

Die Spiro-Ergometrie ermittelt die maximal mögliche Sauerstoffaufnahme unter Belastung. 

Risiko niedrig > 20 ml O2/min * kg KG
Risiko erhöht 19-12 ml O2/min * kg KG
inoperabel < 11 ml O2/min * kg KG 

Abschätzung des Op-Risikos

Kann man dem Patienten mit vorgegebener Lungenfunktion eine Pneumonektomie zumuten? Historisch kamen folgende Grenzwerte zur Anwendung:

Treppentest

Risiko niedrig > 3 Etagen
Risiko erhöht <= 3 Etagen
inoperabel < = 1 Etage

FEV1

Risiko niedrig < 2.0 l/s
Risiko erhöht 0.8 - 2.0 l/s
inoperabel < 0.8 l/s

Neuerdings berechnet man die funktionelle Operabilität vor Lungenresektionen mittels der predicted postoperative lung function (ppo):

Die Berechnung der ppo basiert auf der Einschätzung des zu resezierenden Lungenvolumens im Verhältnis zur gesamten Lungenfunktion.  ppo-Werte werden entweder mithilfe der Lungenperfusionsszintigraphie oder der quantitativen CT bestimmt. Dabei können postoperative Werte für die FEV1, die DLCO oder die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) nach der Formel:

ppo=präoperativer Wert * (1−Fraktion des zu resezierenden Lungengewebes)

berechnet werden. 

Gut geeignet zur Abschätzung des OP Risikos ist auch die Sauerstoffaufnahme in der Spiro-Ergometrie:  

Risiko niedrig > 20 ml/min * kg KG
Risiko erhöht 19-12 ml/min * kg KG
inoperabel < 11 ml/min * kg KG  

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